FAQ – Kauf auf Rechnung

Was ist Kaufen auf Rechnung?

Online-Shops bieten eine Vielzahl von Bezahlmöglichkeiten an, u.a. auch die Bezahlung per Rechnung. Wählt man diese Option, wird der Artikel mit einer beigelegten Rechnung versendet, welche innerhalb der angegebenen Zahlungsfrist beglichen werden muss. Die Rechnung wird über das Bankkonto bezahlt (Online-Banking oder Überweisungsträger). Die Zahlungsfrist, auch Zahlungsziel genannt, beläuft sich bei den meisten Shops zwischen 14 und 30 Tagen, kann aber je nach Versandhaus variieren. Im Shopverzeichnis von Billshops finden sie innerhalb der Shop-Beschreibung Angaben zur Bezahlfrist des Verkäufers.

Definition: Rechnungsstellung eines Unternehmens als Bezahlmethode zum Ausgleich offener Forderungen.

Was bedeutet das Bestellen auf Rechnung für den Käufer?

Eine Bestellung auf Rechnung funktioniert aufgrund der Ausnutzung des Zinsvorteils und Lieferantenkredits. In der beigelegten Rechnung wird das Zahlungsziel angegeben, welches aus Kundensicht einen Kredit darstellt. Je länger die Zeit bis zum Zahlungsziel, desto größer ist der Zinsvorteil, und desto mehr Geld wird gespart.

Welches Risiko hat der Käufer?

Die Bezahlung erfolgt nach Erhalt der Ware, im Gegensatz zu herkömmlichen Bezahlarten wie Vorkasse, Lastschrift, oder Sofortüberweisung.

Die bestellten Artikel können aufgrund des späten Zahlungsziels ausgiebig auf Mängel und Fehler inspiziert werden. Man kann die Ware bei Nichtgefallen zurückschicken, auch bei mehreren Artikeln werden die unerwünschten zurückgesendet, und die erwünschten behalten.

Muss ich auch bezahlen, wenn mir die Ware nicht gefällt?

In Deutschland gilt das Fernabsatzgesetz – jeder Kunde hat Anspruch auf ein garantiertes Rückgaberecht von 14 Tagen. Viele Online-Versandhäuser geben ein verlängertes Rückgaberecht (bis zu 360 Tage), Infos hierzu in der Shopbeschreibung. Da man das Zahlungsziel und die Rückgabefrist kombinieren kann, hat man viel Zeit das Produkt zu testen und um herauszufinden ob es das richtige ist.

Will man nicht die ganze Lieferung zurücksenden, sondern nur einen Teil, so werden nur die überflüssigen Artikel, mit den Retoureschein zurückgeschickt. Anschliessend erhalten sie eine neue Rechnung, welche erst jetzt bezahlt wird – vorher hat der Shop noch keinen einzigen Cent vom Käufer erhalten.

Überwachung der Transaktion?

Bei einer Bezahlung per Vorkasse erhält man die Bestellung erst nach der Bezahlung. Wird der Artikel innerhalb der Widerrufsfrist zurückgesendet, muss stets das Konto wegen der Rückbuchung des Geldes, im Auge behalten werden.

Beim Rechnungskauf sparen sie sich viel Stress, falls der Schopbetreiber die Rückbuchung nicht ausführt oder sie selbst einen Fehler bei der Kontoüberwachung gemacht haben.

Bestellen wenn man kein Geld auf dem Konto hat?

Man kann das Zahlungsziel beim Bezahlen auf Rechnung als Kredit ansehen, d.h: Auch wenn das Konto leer ist, ist es möglich eine Bestellung durchzuführen, da für die Überweisung, bis zum angegebenen Zahlungsziel Zeit ist.

Falls man am Ende des Monats noch Rechnungen zu begleichen hat oder andere Besorgungen erledigen muss, ist der teure Dispokredit der Hausbank die erste Anlaufstelle. Diesen kann man einfach umgehen, indem man seine Besorgungen mit dem Rechnungskauf erledigt, und sich so bis zum nächsten Lohn „rettet“.

Die meisten Shops bieten ein Zahlungsziel von 14 Tagen oder länger an, dies gibt genügend Zeit den fälligen Betrag zu begleichen und schafft Raum für dringende Anschaffungen.

Bezahlen auf Rechnung für Neukunden?

Aus Sicht des Verkäufers ist das Zahlen auf Rechnung keine sichere Zahlungsmethode, da stets das Risiko einer unbezahlten Lieferung besteht. Wird ein Inkassounternehmen zur Eintreibung der Schulden beauftragt, bleibt oft nur ein Teil der Gesamtforderung beim Verkäufer übrig. Der hohe Verwaltungsaufwand macht dieses Bezahlmittel beim Händler auch nicht beliebter. Trotzdem wird es von vielen Versandhäusern angeboten, da sonst ein großer Kundenverlust droht.

Um Zahlungsausfällen vorzubeugen, werden Wirtschaftsauskünfte (Schufa, Infoscore,…) beantragt, die Auskunft über die Zahlungskraft des Kunden geben sollen. Es gibt 2 Verfahren die entscheiden, ob der Kunde beliefert wird:

  1. Prüfung nach Annahme des Kaufs – Nach der Annahme der Bestellung wird eine Bonitätsprüfung ausgeführt. Fällt der Käufer durch, wird die Bestellung storniert und er erhält eine Nachricht, dass der Kauf auf Rechnung abgelehnt wurde.
  2.  Bonitätsprüfung vor der Bestellung – Die Bonitätsprüfung wird in Echtzeit durch ein mehrstufiges Checkoutsystem ermöglicht. Bei Nichtbestehen werden alternative Bezahlmöglichkeiten aufgelistet.

Hat der Kunde schon vorher beim Shop bestellt, wird ihm in der Regel die Bezahung auf Rechnung erlaubt, da er seine Zahlungsmoral schon einmal bewiesen hat.

Online-Shoppen auf Rechnung für Neukunden: Die meisten Online-shops bieten die Rechnungsbestellung auch für Neukunden an. Jedoch haben diese ein geringeres Kreditvolumen, d.h: Bei der ersten Bestellung ist der Maximalkredit niedriger als bei späteren.

Das Limit hängt von der Bonität und bisherigen Zahlungsverhalten des Kunden ab. Mittlerweile wird zum Teil auch der Wohnort geprüft und das Bezahlverhalten der Nachbarschaft ermittelt. Gibt es dort viele offene Rechnungen, so kann es sein, dass kein Kredit gewährt wird. Auch das Alter und Geschlecht kann eine Rolle spielen.

Kauf über externe Dienstleister: Unternehmen wie Klarna, Billsafe, Billpay oder Paymorrow bieten den Rechnungskauf an, doch auch diese prüfen die Kreditwürdigkeit des Käufers unter den obigen Faktoren.

Was tun bei negativen Schufa-Eintrag?

Falls sie negative Einträge in einer Wirtschaftsauskunft wie z.B. der Schufa haben, werden sie beim Kaufen auf Rechnung von dem meisten Shops eingeschränkt und müssen zu den allerseits bekannten Bezahlmethoden greifen. – Vor allem kleinere Versandhäuser sind bei der Abfrage der Bonität streng.

Jedoch gibt es auch Ausnahmen. Einige Onlineshops (z.B. größere Versandhäuser) nehmen die Bonitätsabfrage nicht ganz so streng und erlauben den Einkauf trotz negativen Schufa-Eintrag.

Über die Seite meineschufa.de können sie ihre aktuellen Schufa-Daten einsehen.

Wie sieht es mit Rückversand und Widerrufsrecht aus?

Bestellt man im Internet einen Artikel und möchte diesen aus diversen Gründen zurückschicken, stellt sich die Frage: Wer übernimmt die Kosten?

  • Egal bei welchem Bestellwert, wurde eine mangelhaftes oder falsches Produkt geliefert, trägt der Verkäufer die Kosten.
  • Übersteigt der Kaufpreis einen Wert von über 40€ und wurde bereits bezahlt, trägt ebenfalls der Shopbetreiber die Rücksendekosten.

Beim Kauf auf Rechnung übernehmen die meisten Shops die Kosten der Rücksendung, falls die Ware den Betrag von 40€ übersteigt. Manche Versandhäuser tragen auch die Kosten von Warensendungen unter 40€; Infos dazu in der Shopbeschreibung.

Abwicklung: Es ist ratsam, den im Paket beiliegenden Rücksendeablauf einzuhalten. Viele Online-Läden hinterlegen eine Retoureaufkleber, den man auf das Paket kleben muss – so wird eine schnelle und reibungslose Abwicklung ermöglicht. Bei manchen Versandketten muss man vorher Kontakt aufnehmen und erhält dann die nötigen Rücksendeschritte.

Vom Widerruf ausgeschlossen:

  • Kundenspezifische Produkte – Personalisierte oder bedruckte Gegenstände.
  • CDs, DVD oder Blue-Rays, die beim Öffnen entsiegelt wurden.
  • Waren die schnell verderben – Lebensmittel oder Pflanzen.

Es gibt diverse Shops die auch auf diese Artikel ein Rückgaberecht anbieten – ist aber Ausnahme.

Ins Ausland auf Rechnung bestellen

Da der Rechnungskauf für den Verkäufer ein gewisses Risiko mit sich bringt, ist es unter normalen Umständen nicht möglich, die Ware ins Ausland liefern zu lassen. Die Nachverfolgung ist schwer und mit Zusatzkosten verbunden. Falls man mit dem Händler vorab Kontakt aufnimmt und bereits Kunde ist, ist es möglich eine Bestellung per Rechnung ins Ausland zu gewährleisten, jedoch ist dies vom Shopbetreiber abhängig. Für Neukunden ist es definitiv nicht möglich.

Voraussetzungen

  • Keine offenen Rechnungen im Shop – es ist nicht möglich, mehrere offene Rechnungen auf einmal zu haben; so sichert sich der Verkäufer gegen einen doppelten Zahlungsausfall ab.
  • Liefer- und Rechnungsadresse müssen identisch sein – Schutz gegen Betrug.
  • Positive Bonitätsprüfung – Fällt die Prüfung der Kreditwürdigkeit gut aus, wird ein Kredit gestattet.
  • Kunde muss 18 Jahre alt sein – Wichtig aus rechtlicher Sicht und erwachsenes Einkommen.
  • Bei einigen Versandhäusern ist der Rechnungskauf erst ab der zweiten Bestellung möglich. Durch die erste Bestellung sieht der Shopbetreiber, dass der Kunde kreditfähig ist.
  • Kunde muss registriert sein – Check der Adresse und persönlichen Daten.